So bekommst du den Einwegkamera-Look auf dem iPhone

Eine Einwegkamera aus Plastik ohne Logo auf einem gestreiften Strandtuch neben einer Sonnenbrille im Licht der goldenen Stunde

Blitz fest an, nah ans Motiv, Körnung und Lichtlecks einfach lassen – das ist schon der Großteil des Einwegkamera-Looks. Du kannst ihn nachträglich im Editor nachbauen, schneller geht es aber mit einer Kamera-App, die diese Fehler eingebaut hat, etwa dem Film Gold Snap in Last Summer.

  1. Einwegkamera-Film wählen. Wisch in Last Summer unter dem Sucher durch die Filmnamen bis Gold Snap. Er gehört zu den drei kostenlosen Filmen.
  2. Blitz einschalten. Tipp auf den Blitz über dem Auslöser. Einwegkameras haben fast bei jedem Bild geblitzt, sogar draußen – daher die hellen Gesichter und harten Schatten.
  3. Nah rangehen. Stell dich ein bis zwei Meter vor dein Motiv. Dort war ein Fixfokus-Plastikobjektiv am schärfsten, und viel weiter reichte der kleine Blitz auch nicht.
  4. Einmal abdrücken, weiter. Körnung und Lichtlecks ändern sich von Bild zu Bild. Ein zweiter Versuch sieht also sowieso anders aus als der erste.

Warum Einwegkamera-Fotos so aussehen

Eine Einwegkamera besteht aus einem Plastikobjektiv, einem Film mit ISO 400 oder 800 und einem kleinen Blitz in einer Papphülle. Jedes Teil hinterlässt Spuren. Das Objektiv wird zu den Ecken hin weich. Der empfindliche Film bringt sichtbare Körnung, vor allem in den Schatten. Der Blitz sitzt nur wenige Zentimeter neben dem Objektiv, macht Gesichter flach und wirft einen dunklen Schatten hinter die Leute.

Dazu kommt die Handschrift des Labors. Drogerie-Abzüge aus den späten 90ern waren eher warm und leicht gelblich, und billige Kameras ließen manchmal Licht an der Filmklappe herein, was als oranges oder rotes Leuchten an einem Bildrand auftaucht. Nichts davon war Absicht, und genau das ist der Reiz: Man wusste nie genau, was man zurückbekommt.

Einwegkamera-Look ohne Bildbearbeitung

Presets können die Farben kopieren, tun sich aber mit allem schwer, was zufällig sein sollte. Ein Körnungs-Overlay sieht auf jedem Foto gleich aus, und ein Lichtleck, das du von Hand draufziehst, liegt immer genau da, wo du es hingelegt hast. So hat sich eine Einwegkamera nie verhalten.

Der Film Gold Snap von Last Summer ist einer Kodak-Einwegkamera nachempfunden: warme Töne, kräftige Körnung und ein Blitz, der das Motiv vom Hintergrund abhebt. Die Körnung ändert sich bei jedem Bild, und Lichtlecks ziehen über manche Aufnahmen und über andere nicht. Du siehst den Look live im Sucher, drückst ab, und das fertige Foto landet in deiner Mediathek. Nachjustieren musst du nichts.

Drei Freunde auf einer Treppe zur goldenen Stunde mit Gold Snap und warmem Lichtleck, dazu die Lichtleck-Auswahl
Gold Snap mit Lichtleck. Wähle eines von 16 Lichtlecks oder lass es weg.

Tipps für bessere Fotos mit einer Einwegkamera-App

Fotografier dort, wo Einwegkameras am besten waren: auf Partys, beim Abendessen, im Auto, am Strand in der Dämmerung. Blitzfotos in einem dunklen Raum wirken am stärksten, weil der Hintergrund im Schatten verschwindet und die Gesichter hell bleiben.

Fotografier nicht direkt gegen ein helles Fenster, sonst wird dein Motiv zur Silhouette. Lass den orangen Datumsstempel an, viele Kameras aus den 90ern haben ihn gedruckt. Für Gruppenfotos halt das Handy auf Armlänge und nimm einen leicht schiefen Bildausschnitt in Kauf. Jeden Horizont geradezurücken ist genau das, was ein Foto bearbeitet aussehen lässt.

Einwegkamera-App vs. echte Einwegkamera

Eine echte Einwegkamera hat Dinge, die dir keine App geben kann: eine Kamera zum Herumreichen, Negative und das Warten, bevor du irgendetwas siehst. Sie kostet aber auch rund $15 in der Anschaffung und noch einmal so viel fürs Entwickeln, für 27 Bilder.

Eine App gibt dir unbegrenzt viele Bilder, sofortige Ergebnisse und einen Look, den du mitten am Abend wechseln kannst, von Gold Snap zur Camcorder-Weichheit von Home Video. Wenn es dir um die Fotos und nicht ums Ritual geht, ist die App der günstigere Weg.

Häufige Fragen

Warum sehen Einwegkamera-Fotos so gut aus?

Sie schmeicheln Menschen auf eine Art, die eine Handykamera nicht schafft: Der Blitz glättet die Haut, die Körnung verschluckt Details, und warme Farben wirken nostalgisch. Außerdem sehen sie ungeplant aus, weil niemand das Foto prüfen und wiederholen konnte.

Sollte ich für den Einwegkamera-Look auch bei Tageslicht blitzen?

Ja, bei Nahaufnahmen von Menschen. Der Aufhellblitz füllt Schatten unter Augen und Hutkrempen auf – ein großer Teil davon, warum Einwegkamera-Fotos vom Strand und aus dem Garten so aussehen.